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SS Dienstdolch

Der SS Dienstdolch

 

 

 

 

Aufgrund seiner zeitgleichen Erscheinung und seiner äußerlichen Ähnlichkeit mit dem SA Dienstdolch, möchte ich hier auch kurz auf den SS Dienstdolch eingehen.

Wie Anfangs schon erwähnt, wurden parallel zur Fertigung der ca. 3 Millionen SA Dienstdolche auch ca. 220000 SS Dienstdolche hergestellt.

Der SS-Dolch und alle seine Besonderheiten und verschiedenen Varianten sind in meinem Buch "Die Dienstdolche der SS" ausführlich auf 459 Seiten beschrieben.

 

 

 

Auch diese Dolche werden wieder in drei Fertigungszeiträume aufgeteilt.

 

 

 

Frühe Fertigung 1933-1935

Richard Albr.Herder, frühe Fertigung Sammlung : Engelhard

Richard Albr.Herder, frühe Fertigung Sammlung : Engelhard

Richard Albr.Herder, frühe Fertigung Sammlung : Engelhard

Richard Albr.Herder, frühe Fertigung Sammlung : Engelhard

 

 

 

 

Auch hier sind die Beschläge und Parierstangen wieder aus der hochwertigen  Nickellegierung ( auch Neusilber genannt ) , die Scheide war schwarz  brüniert und auf der Klinge war wieder das Herstellerlogo eingeätzt bzw. eingestanzt.

Der Griff war aus schwarzem Ebenholz.

Auf der Parierstange ist eine römische Zahl I oder II oder III  gestempelt welche häufig aber zu Unrecht als SS-Abschnitts oder SS-Gruppennummer interpretiert wird.

Da sich die SS 1934 in insgesamt 8 SS-Gruppen gliederte, welche 1935 zu 10 SS Abschnittsgruppen wurden, die sich wiederum in 30 SS-Abschnitte gliederten, so müssten sich also würde man dieser Theorie glauben schenken römische Ziffern von I bis XXX befinden.

 

 

 

Am wahrscheinlichsten ist es wohl, dass es sich bei den römischen Ziffern um die Nummern der drei regionalen Zeugmeistereien der SS handelte: I für München, II für Dresden und III für Berlin.

 

 

 

Mittlere Fertigung 1936-1938

 

 

 

 Hier ein SS Dienstdolch der mittleren Fertigungsperiode mit seltenem Steilgehänge.

SS Dienstdolch mit seltenem Steilgehänge Sammlung : Udet

SS Dienstdolch mit seltenem Steilgehänge Sammlung : Udet

SS Dienstdolch mit seltenem Steilgehänge Sammlung : Udet

SS Dienstdolch mit seltenem Steilgehänge Sammlung : Udet

SS Dienstdolch mit seltenem Steilgehänge Sammlung : Udet

 

Adler, Beschläge und Parierstangen sind überwiegend noch aus Nickel (vernickelte Gussbeschläge kommen aber auch schon vor ), jedoch kann nun die Scheide brüniert oder lackiert sein. Das Herstellerlogo wurde auch hier durch das RZM Logo und der Herstellernummer ersetzt. Das RZM Logo gibt es nun als Standard oder in der SS Variante mit den Runen und dem Herstellungsjahr. Ebenso kommen auch hier die Doppelkennzeichnungen vor.

Die römischen Ziffern I, I, III sind  verschwunden vermutlich aufgrund der nunmehrigen Kontrolle durch die RZM.

 

 

 

Späte Fertigung ab 1938

 

 

 

 

Parierstangen, Kopfschraube und Beschläge waren nun aus vernickeltem oder verchromten Metall, der Adler überwiegend aus Aluminium. Die Scheide ist lackiert und die Klinge trägt nun die SS-Version der RZM Marke mit dem Herstellungsjahr und den Runen.

Hersteller Malsch&Spitzer, Sammlung: K.H.Heimburger

Hersteller Malsch&Spitzer, Sammlung: K.H.Heimburger

Hersteller Malsch&Spitzer, Sammlung: K.H.Heimburger

Hersteller Malsch&Spitzer, Sammlung: K.H.Heimburger

 


 

 

 

SS-Dienstdolch Modell 1936

 

 

Eingeführt im Jahre 1936 war jeder SS-Mann trageberechtigt, der SS-Mann im Sinne des Befehls (Der RFSS Tgb-Nr.A/944 vom 9.11.35) war. Am 25.8.1936 wurde vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler ein neues Kettengehänge für den SS-Dolch genehmigt. Dies ist zunächst der wesentlichste Unterschied zum Modell 1933 (ausführliche Merkmale des Kettengehänges, siehe Kapitel: Kettengehänge in meinem neuen Buch). Ansonsten ist der 36er Dolch in Ausführung und Qualität identisch mit dem 33er Modell der zweiten und dritten Fertigungsperiode. Da die Scheiden samt Kettengehänge beim Verwaltungsamt auch einzeln erhältlich bzw. bestellbar waren, erklärt auch den Umstand, dass immer wieder 36er SS-Dolche mit frühem Herstellerkennzeichen auf dem Markt auftauchen. Es muß angenommen werden, dass viele SS-Offiziere ihren alten qualitativ hochwertigeren SS-Dolch behalten haben bzw. nur die Scheide samt Kettengehänge austauschten.

Die SS-Dolche mit Kettengehänge waren ausschließlich von den SS-Gliederungen und deren Angehörigen zum Preis von RM 12,15 beim Verwaltungsamt-SS München 33, Karlsstrasse 10 zu beziehen. Bestellungen die bei der RZM eingingen wurden weder berücksichtigt noch bearbeitet.

 

 

 

Sammlung: dem Autor bekannt

Sammlung: dem Autor bekannt

Sammlung: dem Autor bekannt

Sammlung: dem Autor bekannt

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

SS Dolch mit ausgeschliffener Röhmwidmung !

Hersteller Gottlieb Hammesfahr Modell M33

 

mit einer kleinen Geschichte von Uwe Bargmann 

Sammlung: Uwe Bargmann

Sammlung: Uwe Bargmann

Sammlung: Uwe Bargmann

Sammlung: Uwe Bargmann

Sammlung: Uwe Bargmann

Sammlung: Uwe Bargmann

Sammlung: Uwe Bargmann

Sammlung: Uwe Bargmann

Sammlung: Uwe Bargmann

 

 

Sammlung: Uwe Bargmann

So hier bin ich, geboren wurde ich in Solingen bei der Firma Gottlieb Hammesfahr.
nach dem am 3.2.1934 durch einen SA Befehl 9900 Stück vom Modell M33 mit zusätzlicher Ätzung
"In herzlicher Kameradschaft Ernst Röhm" angefordert wurden.
Makellos und in bester Erhaltung, habe ich dann Solingen verlassen.

 

 

 

Mein neuer Besitzer war sehr Stolz auf mich,
war er doch schon vor dem 31.12.1931in die SS eingetreten und hatte damit Anspruch auf ein Stück mit zusätzlicher Ätzung.
Dann wurde Röhm am 30.6.1934 verhaftet und zwei Tage später erschossen.
Daraufhin kam am 4.7.1934 der Befehl, dass die Ätzung auszuschleifen ist,
also ging es ab in den Keller, dort wurde ich bearbeitet bis nur noch wenige Reste zu sehen wahren,
Ernst Röhm war Geschichte.

 

 

 

Es dauerte gar nicht lange, als ich mit meinem Träger zu Boden gegangen bin,
da habe ich mir ein Beule zugezogen und meine vorderste Spitze hat auch richtig eins auf die Nase bekommen.
Es war nun langsam an der Zeit, da ich ja auch schon einige Jahre alt war, die Lackierung aufzubessern und die Beule wanderte nach hinten, denn ich kam in eine Dolchtragetasche.

 

 

 

So ging es mir erst einmal wieder recht gut.
Die Jahre vergingen, ich verlor Farbe und die Tragetasche hinterließ ihre Spuren.
Irgendwann knackte der Griff, was war das? Spannungsrisse und ein kleines Teil habe ich sogar verloren,
das Alter nagt wirklich an mir.
Irgendwann konnte dann einer die Tragetasche für was besseres gebrauchen, denn ich war schon einige Jahre abgemeldet
und lag sowieso nur im Keller, weil der Krieg schon lange vorbei war.

 

 

 

Irgendwann wurde es hell um mich und ich kam bei einem Sammler zu neuen Ehren,
damit hatte ich gar nicht mehr gerechnet.
Heute verbringe ich meinen Lebensabend in einer Vitrine, neben vielen weiteren anderen Dolchen.

 

 

 

So oder so ähnlich würde es sich wohl anhören, wenn ein Stücke sprechen könnte.
Aber irgendwie sprechen solche Stücke auch ohne Worte mit mir und man kann einiges an ihnen bemerken wenn man sich Zeit beim betrachten lässt.

 

 

 

 

 


 

Anmerkung zu der in Fachkreisen bekannte Zahl von 9900 Ehrendolchen.

Dies war nur die Zuteilung für die den ersten Bedarf. Zweidrittel davon waren ausgeliefert (März 1934), das letzte Drittel sollte im Juni folgen, dürfte aber wegen der Röhm-Affäre nicht voll zum tragen gekommen sein.